Medienmitteilung des SHCV und Positivrat Schweiz zur eingeschränkten Zulassung von Epclusa®

Hepatitis C Betroffene fordern ein Ende des Preiskrieges auf Kosten der Betroffenen

Die gute Nachricht: Das neue Hepatitis-C Medikament Epclusa des Herstellers Gilead wurde am 1.1.2017 in der Schweiz zugelassen. Es ist das erste Medikament, welches gegen alle bekannten Genotypen des Virus wirkt und stellt wiederum einen Durchbruch in der Heilung der HCV-Betroffenen dar. Die schlechte: Epclusa wird gemäss BAG-Entscheid nur beim Einsatz gegen den Genotypen 3 vergütet, und dies im Widerspruch zur Swissmedic Zulassung für alle Genotypen.

Wie alle anderen Hepatitis C Medikamente ist auch Epclusa auf Patienten mit mittelschweren Leberschäden ab Fibrosestatus F2 beschränkt. Das heisst, Patienten mit Leber-Fibrosegrad F0 und F1 sind weiterhin von der Behandlung ausgeschlossen, obwohl viele von ihnen erwiesenermassen unter zahlreichen Symptomen der Krankheit leiden, eine zuweilen stark eingeschränkte Lebensqualität haben und häufig auch im Erwerbsleben eingeschränkt sind.
Auch wurde bekannt, dass die Zulassung von Epclusa nur bis Ende Jahr gilt, und die Zulassungen von anderen Medikamenten wie Harvoni und Sovaldi bereits früher abläuft (August bzw. September). Damit riskiert das BAG nun auch noch einen Medikamenten-Engpass, selbst für die Patienten mit schwerer (lebensbedrohlicher) Leberschädigung.

Diese der Schweiz unwürdige Medikamentenrationierung muss ein Ende haben. Der Preiskrieg zwischen BAG und den Pharmaherstellern darf nicht länger auf Kosten der erkrankten Menschen geführt werden. Die bisherige Politik des BAG, nämlich Tausende von Erkrankten praktisch in „Geiselhaft“ zu nehmen („senkt die Preise oder wir lassen die Behandlung nicht zu“) ist illegal, sie hat keinerlei rechtliche Grundlage, und sie ist für uns absolut unverständlich. Die Schweiz könnte es sich leisten, ihren Bürgern und Bürgerinnen einen wirklichen Zugang zur medizinischen Grundversorgung zu garantieren. Zur Erinnerung:  « Im Artikel 117a der Bundesverfassung heisst es: Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität. »  Davon kann bei der bestehenden Rationierung von HCV-Medikamenten keine Rede mehr sein. Vielmehr stehen die Leidtragenden weiterhin zwischen den Fronten.

Positivrat Schweiz
Walter Bärtschi, President, walter.baertschi@positivrat.ch
M +41 79 461 4666
Schweizerische Hepatitis C Vereinigung ­ SHCV
Daniel Horowitz, President, info@hepc.ch
M +41 79 339 1859

Eine Antwort auf „Medienmitteilung des SHCV und Positivrat Schweiz zur eingeschränkten Zulassung von Epclusa®“

  1. Guten Tag, gestern habe ich in den Nachrichten gelesen das nun alle mit Genotip 1 und 4 Medikamente erhalten. Nun ich habe Genotip 3…. ich fühle mich wie auf dem Abstellgleis. Ich habe Hrpatitis C seit 27 Jahren habe 2 Kinder und lebe ständig in der Angst ich könnte Sie anstecken . Nun gibt es entlich Medikamente aber ich bekomme Sie nicht nur Genotip 1 und 4. Ich habe meiner Leber sehr sorge getragen Rauche und Trinke nicht. Das ist einfach nicht fair. Jetzt soll ich warten bis meine Leber soweit kaputt ist damit ich Medikamente erhalte wie kann das nur sein. Ich war gerade im Spital um Fibroscan zu machen der war bei mir 4.5 Anrecht auf eine Therapie habe ich erst mit 7.5. Bitte kämpfen Sie weiter für alle Genotipen. Mit Therapiehoffnungsvollen Grüssen

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